Die wichtigste Kryptowährung der Welt, der Bitcoin, durchläuft derzeit eine Phase massiver Korrekturen. Nachdem die Notierungen im Nachgang des US-Wahlsiegs von Donald Trump Ende 2024 steil nach oben schossen und Rekordmarken von bis zu 126.000 Dollar erreichten, ist die Stimmung nun gekippt. Jüngst rutschte der Kurs unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar – der tiefste Stand seit November 2024. Damit hat der Coin fast die Hälfte seines Allzeithochs eingebüßt.
Analysten wie Timo Emden beobachten keine plötzliche Panik, sondern einen schleichenden Vertrauensverlust. Mehrere Faktoren belasten das digitale Asset gleichzeitig:
1. Ernüchterung in der US-Politik: Die Hoffnung auf eine staatliche Bitcoin-Reserve durch das US-Finanzministerium wurde massiv gedämpft. Finanzminister Scott Bessent stellte klar, dass derzeit keine gesetzliche Befugnis für aktive Zukäufe bestehe. Zwar wurden unter Trump kryptofreundliche Personalien wie Paul Atkins an der Spitze der SEC installiert, doch die erwartete massive Nachfrage durch den US-Staatshaushalt bleibt vorerst aus. Die Euphorie über eine nationale Reserve, die analog zu Gold oder Öl aufgebaut werden sollte, ist weitgehend verflogen.
2. Abflüsse aus ETFs und Liquiditätsrisiken: Börsengehandelte Indexfonds (Spot-ETFs), die zuvor Milliarden in den Markt spülten, verzeichnen nun massive Kapitalabzüge. Da viele institutionelle Anleger erst bei Kursen um 84.000 Dollar eingestiegen sind, drohen bei weiteren Rücksetzern massive Verkäufe zur Verlustbegrenzung. Zudem könnten Firmen, die Bitcoin als Reserve halten, bei sinkenden Notierungen zu Zwangsliquidierungen gezwungen sein, um ihre Kredite zu bedienen. Dieses Risiko einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale sorgt für zusätzliche Unruhe unter den Marktteilnehmern.
3. Geldpolitische Wende: Die Nominierung von Kevin Warsh für den Fed-Vorsitz signalisiert eine strengere Zinspolitik. Als "Falke" steht Warsh für potenziell höhere Zinsen und eine restriktive Liquidität, was den zinslosen Bitcoin gegenüber dem erstarkenden US-Dollar schwächt.
Aktuell zeigt der "Angst-und-Gier-Index" mit nur 12 Punkten eine "extreme Angst" am Markt. Während Optimisten wie Cathie Wood darin eine Kaufchance sehen, warnen Kritiker wie Michael Burry vor einer "Todesspirale". Ob sich Bitcoin als digitales Gold beweist oder ein rein spekulatives Instrument bleibt, wird sich an der technischen Unterstützung bei 63.000 Dollar entscheiden.

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