Die vergangenen Wochen verliefen für den japanischen Yen äußerst turbulent. Selbst koordinierte Interventionen am Devisenmarkt nach der Fed-Sitzung bremsten den Aufwärtstrend von USD-JPY nur vorübergehend ab. Sie drückten den Kurs zwar kurzfristig nach unten, konnten dessen anschließenden Wiederanstieg jedoch lediglich verlangsamen. Folglich überraschte es kaum, dass der Wechselkurs in dieser Woche erneut die Marke von 160 durchbrach.
Auch die Eskalation im Nahen Osten bietet dem Yen keine Stütze. Normalerweise fangen Währungen von Energieimporteuren den Abwertungsdruck höherer Rohölpreise ab, weil Märkte in Reaktion auf Inflationsrisiken mit raschen Zinsanhebungen der Zentralbanken rechnen. Die Bank of Japan (BoJ) bildet hier jedoch eine Ausnahme: Obwohl Japan stark von Energieimporten abhängt, reagieren die Zinserwartungen an die BoJ kaum auf steigende Energiepreise.
Dennoch geriet am 02. September Bewegung in den Kurs. Mehrere Abwärtsimpulse bei USD-JPY drückten das Paar von über 160 wieder unter die Marke von 158, wodurch der Yen zu den Tagesgewinnern zählte. Während einige Akteure erneut Interventionen vermuteten, liegt die Ursache eher in spürbar angezogenen Zinserwartungen. Diese erhielten Nahrung durch Äußerungen aus dem US-Finanzministerium, das Japan zu Straffungen drängte. Zudem schloss ein bekannter BoJ-Falke weder Zinsschritte von mehr als 25 Basispunkten noch direkt aufeinanderfolgende Erhöhungen aus.
Erwartungsdruck steigt: Liefert die BoJ ab?
Auch wenn dieser Falke nicht zwingend den Konsens widerspiegelt, verdichten sich die Hinweise, dass die BoJ ihr bisheriges Tempo von etwa einer Zinsanhebung alle sechs Monate deutlich anziehen könnte. Eine nachhaltige Erholung des Yen hängt maßgeblich am entschlossenen Handeln der Notenbank sowie am Umgang mit fiskalischen Risiken. Der Markt unterstellt der BoJ nun Einsicht.
Daraus erwächst jedoch ein erheblicher Erwartungsdruck: Bleibt eine Zinsanhebung bei der anstehenden Sitzung in zwei Wochen aus, dürfte der Yen erneut nachgeben. Sollte die Notenbank die Enttäuschung im anschließenden feiertagsbedingt dünnen Handel durch Devisenkäufe abfedern wollen, bliebe dies wirkungslos. Das Schicksal der Währung entscheidet sich somit direkt auf der kommenden BoJ-Sitzung.

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