Die Edelmetalle Gold und Silber erleben aktuell eine bemerkenswerte Preisrallye, die von einer Mischung aus geldpolitischen Erwartungen und geopolitischen Spannungen angetrieben wird. Der Goldpreis stieg zuletzt deutlich über die Marke von 4.300 US-Dollar pro Feinunze und nähert sich seinem jüngsten Rekordhoch (4.381 US-Dollar). Der Silberpreis setzte seine Entwicklung fort und erreichte sogar einen neuen Rekordstand von bis zu 64,57 US-Dollar je Unze.
Treiber der Preisdynamik
Die Hauptstütze für die Edelmetallpreise ist die Erwartung einer anhaltend lockeren Geldpolitik in den USA. Da Gold und Silber keine Zinsen abwerfen, profitieren sie von sinkenden Leitzinsen oder der Aussicht darauf. Niedrigere Zinsen können zudem die Konjunktur ankurbeln, was die industrielle Nachfrage nach Silber (das in vielen Sektoren benötigt wird) zusätzlich stärkt. Auch die jüngsten Kursverluste des US-Dollars machten die Edelmetalle für Käufer in anderen Währungen attraktiver.
Speziell der Silbermarkt zeigt sich fundamental gestützt, aber angespannt: Die Nachfrage, insbesondere durch Silber-ETFs, hat stark angezogen und verschärft die Lage in einem ohnehin unterversorgten Markt.
Eine zusätzliche unterstützende Rolle spielt die geopolitische Unsicherheit, wie die verschärften Sanktionen der USA gegen Venezuela, die Investoren traditionell in sichere Häfen wie Gold und Silber treiben.
Prognosen: Wo liegt das Ende der Fahnenstange?
Experten sehen die Rallye nicht beendet. Zahlreiche renommierte Institutionen wie die Bank of America, Société Générale und JPMorgan prognostizieren, dass der Goldpreis im kommenden Jahr die Marke von 5.000 US-Dollar überwinden könnte.
Beim "kleinen Bruder" Silber herrscht ebenfalls Optimismus. Analysten der Saxo Bank sehen dank einer seltenen Marktkonstellation – getrieben durch Angebotsverknappung, hohe physische Nachfrage und die Rolle in kritischen Technologien (KI-Chips) – ein bullisches Szenario für 2026. Charttechnisch sehen einige Analysten sogar die Chance auf ein extrem langfristiges Kursziel von bis zu 700 US-Dollar innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Jahre.
Risiken und Vorsicht
Trotz des Optimismus mahnen Experten zur Vorsicht. Ein potenzielles Risiko für Silber stellt eine Abkühlung der Nachfrage für KI-Chips dar. Historisch gesehen muss die vermeintliche negative Korrelation zu den Aktienmärkten bei einem Crash nicht immer funktionieren, wie die vorübergehende Verkaufswelle bei Gold und Silber während der Finanzkrise 2008/09 zeigte. Anleger sollten daher die Entwicklungen aufmerksam verfolgen.

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